Piet Leidreiter MdBB

Mitglied der Bremischen Bürgerschaft von 2015-2019 und von 2023-Heute

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2026:Mai | Juni

2026-06-03

Raus aus der Armutsfalle – Arbeit muss sich lohnen

Armut in einem reichen Land wie Deutschland ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Wer Vollzeit arbeitet – oder sich zwischen Minijob, Teilzeit und Nebenjob aufreibt – darf am Monatsende nicht trotzdem nicht wissen, wie die nächste Miete bezahlt werden soll.
In diesem Beitrag geht es um eine einfache, aber grundsätzliche Frage: Wie schaffen wir es, Menschen aus der Armutsfalle zu holen – und zwar so, dass Leistung, Verantwortung und Eigeninitiative sich wirklich auszahlen?

Arm trotz Arbeit – ein Systemfehler
Seit Jahren wächst die Zahl der Menschen, die trotz Erwerbsarbeit armutsgefährdet sind. Besonders betroffen sind Geringverdienende, Alleinerziehende, Frauen in Teilzeitjobs sowie Menschen mit geringerer Qualifikation oder gesundheitlichen Einschränkungen.
Gleichzeitig erleben viele: Zusätzliche Arbeitsstunden bringen am Ende kaum mehr Netto, weil Steuern, Sozialabgaben und der Abbau von Transferleistungen sich gegenseitig aufschaukeln. Genau an dieser Schnittstelle entsteht die viel zitierte „Armutsfalle“ – ein Zustand, in dem es sich finanziell kaum lohnt, mehr Verantwortung zu übernehmen oder aus dem zweiten Arbeitsmarkt in reguläre Beschäftigung zu wechseln.

Zweiter Arbeitsmarkt: Chance oder dauerhafte Sackgasse?
Der sogenannte zweite Arbeitsmarkt – geförderte Beschäftigung, Maßnahmen, Übergangsjobs – ist eigentlich als Brücke gedacht: Menschen sollen wieder an reguläre Arbeit herangeführt werden. In der Praxis werden diese Strukturen aber allzu oft zu Dauerkonstruktionen, in denen Menschen jahrelang hängen bleiben, ohne echte Perspektive auf einen regulären, tariflich bezahlten Arbeitsplatz.
So entsteht eine Parallelwelt: Hier geförderte, niedrig bezahlte Jobs mit unsicheren Perspektiven – dort der erste Arbeitsmarkt, auf den es viele nie schaffen. Wer wirklich aus der Armutsfalle heraus will, braucht aber genau das: den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt, verlässliche Löhne und Aufstiegschancen.

Ein konservativer Blick: Chancen statt Dauerabhängigkeit
Aus konservativer Perspektive steht dabei ein Grundsatz im Vordergrund: Der Sozialstaat soll Menschen stützen, aber nicht in Abhängigkeit festhalten. Unterstützung ist notwendig – aber sie muss auf das Ziel ausgerichtet sein, Menschen wieder in eigenverantwortliche Erwerbsarbeit zu bringen.
Dazu gehört:
• Wer arbeitet, muss spürbar mehr haben als der, der dauerhaft von staatlichen Leistungen lebt.
• Mehrarbeit und Qualifikation dürfen nicht mit kaum merklichen Nettozuwächsen „bestraft“ werden.
• Geförderte Jobs müssen Brücken sein – mit klarer Perspektive auf Übergang in reguläre Beschäftigung.
Es geht nicht darum, Hilfesysteme zu demontieren, sondern darum, sie so zu gestalten, dass sie echte Aufstiegswege öffnen.

Was sich konkret ändern muss
Wenn wir es ernst meinen mit „Raus aus der Armutsfalle“, dann braucht es einige klare Kurskorrekturen:

• Steuern und Transfers neu justieren: Zusätzliche Arbeitsstunden müssen zu deutlich mehr verfügbarem Einkommen führen, anstatt durch den gleichzeitigen Abbau von Leistungen neutralisiert zu werden.

• Den ersten Arbeitsmarkt stärken: Politik muss reguläre, tariflich abgesicherte Arbeitsplätze attraktiver machen als geförderte Dauerlösungen im zweiten Arbeitsmarkt.

Qualifikation in den Mittelpunkt stellen: Wer aus der Armutsfalle heraus will, braucht Bildung – vom Schulabschluss über Berufsabschluss bis zur Weiterbildung im Erwerbsleben.

• Armutsgefährdete Gruppen gezielt fördern: Alleinerziehende, Frauen in Sorgearbeit und Menschen mit Behinderungen brauchen bessere Voraussetzungen, Beruf und Familie bzw. Gesundheit zu vereinbaren, ohne dauerhaft in der Armutsschleife zu bleiben.

Diese Schritte kosten politisch Mut – aber sie schaffen eine Ordnung, in der Leistung sich lohnt, statt ins Leere zu laufen.

Mein Fazit: Raus aus der Armutsfalle heißt rein in den Aufstieg

Wer von „Wohlstand für alle“ spricht, darf sich nicht mit Statistiken zufriedengeben, während Millionen Menschen trotz Arbeit in Unsicherheit leben

Raus aus der Armutsfalle heißt: Wir stellen das System so um, dass Arbeit, Verantwortung und Eigeninitiative wieder der sicherste Weg in einen stabilen Wohlstand sind – und nicht in eine neue Form der Abhängigkeit.

Der Sozialstaat bleibt dabei wichtig – aber er wird vom Stillstandsverwalter wieder zum Sprungbrett für Aufstieg und Teilhabe. 

Die politische Frage ist: Haben wir den Willen, das umzusetzen – oder reden wir weiter über Armut, ohne das System zu verändern, das sie erzeugt?

Genau für diese Politik steht meine Fraktion Bündnis Deutschland!

Packen wir es an!
PL

Piet Leidreiter - 19:41:12 @ Allgemein, BD Fraktion | Kommentar hinzufügen