Piet Leidreiter MdBB

Mitglied der Bremischen Bürgerschaft von 2015-2019 und von 2023-Heute


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23.05.2026

Vertrauen in das Klinikum Bremen-Mitte weiter erschüttert

Der Fraktionsvorsitzende Piet Leidreiter, von Bündnis Deutschland in der Bremischen Stadtürgerschaft, sieht die erneuten Negativschlagzeilen rund um das Klinikum Bremen-Mitte mit großer Sorge. Nach dem Frühgeborenen-Skandal, wiederkehrenden Berichten über Keimbelastungen, den bekannt gewordenen falschen Brustkrebsbefunden und nun auch Problemen mit der Lüftungsanlage in OP-Sälen ist das Vertrauen vieler Patientinnen und Patienten massiv beschädigt.

Piet Leidreiter erklärt dazu: „Die Vorfälle am Klinikum Bremen-Mitte sind längst keine bedauerlichen Einzelfälle mehr, sondern Ausdruck eines strukturellen Versagens bei Qualitätskontrolle, politischer Aufsicht und Führungsverantwortung. Wer schwer krank ins Krankenhaus muss, darf nicht auch noch um die Zuverlässigkeit von Diagnosen, Hygiene und OP-Sicherheit bangen.“

Kette von Vorfällen
Die Vorgänge der vergangenen Jahre zeigen aus Sicht von Bündnis Deutschland ein alarmierendes Muster. Bereits der Keimskandal auf der Frühchenstation hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst; später folgten weitere Debatten über Hygiene, Kliniksteuerung und Sicherheitsstandards. Ende 2025 wurde zudem bekannt, dass fehlerhafte Befunde in Bremen dazu geführt hatten, dass zahlreiche Patientinnen unnötige belastende Brustkrebstherapien erhielten.

Mit den im Mai 2026 öffentlich gewordenen Problemen an der Lüftungstechnik in mehreren OP-Sälen steht das Klinikum Bremen-Mitte erneut unter Druck. Auch wenn nach bisherigem Stand keine akute Gesundheitsgefahr festgestellt wurde, verstärken solche Nachrichten den Eindruck, dass Kontrolle, Bauaufsicht und Risikomanagement über lange Zeit nicht ausreichend funktioniert haben.

Politische Forderungen
Die Fraktion Bündnis Deutschland fordert eine vollständige, unabhängige und transparente Aufarbeitung aller relevanten Vorfälle am Klinikum Bremen-Mitte.
Dazu gehören insbesondere eine externe Überprüfung der Qualitäts- und Hygienesicherung, die lückenlose politische Aufklärung der Verantwortlichkeiten sowie ein verbindlicher Maßnahmenplan mit regelmäßiger Berichterstattung an die Bürgerschaft.

Piet Leidreiter betont: „Dieser Skandal-Komplex darf weder kleingeredet noch ausgesessen werden. Der Senat und die Führung der Gesundheit Nord müssen endlich Verantwortung übernehmen, unabhängige Kontrollen zulassen und einen echten Kulturwandel hin zu Transparenz und Patientensicherheit einleiten. Sonst verspielen sie das letzte Vertrauen der Menschen in die öffentliche Gesundheitsversorgung unserer Stadt.“

Beschäftigte nicht zum Sündenbock machen
Die Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen die vielen Beschäftigten im Klinikum, die tagtäglich unter schwierigen Bedingungen wichtige Arbeit leisten. Gerade sie brauchen verlässliche Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und ein Sicherheitsmanagement, das Fehler früh erkennt und verhindert, statt Probleme erst nach öffentlichem Druck zu bearbeiten.
Der anhaltende Kostendruck im Gesundheitswesen und jahrelange strukturelle Unterfinanzierung haben im Klinikum Bremen-Mitte immer wieder zu organisatorischen und baulichen Defiziten geführt, statt notwendige Investitionen in Qualität und Sicherheit zu ermöglichen. Jeder neue Skandal schreckt Patientinnen und Patienten ab, verschärft den wirtschaftlichen Druck durch sinkende Fallzahlen und erhöht damit paradoxerweise genau den finanziellen Stress, der zur Entstehung solcher Missstände beiträgt. So entsteht ein gefährlicher Teufelskreis aus Sparzwang, Qualitätsproblemen und Vertrauensverlust, der politisch durchbrochen werden muss, wenn die öffentliche Gesundheitsversorgung in Bremen zukunftsfest bleiben soll.

Piet Leidreiter sagt dazu abschliessend: „Diese negative Abwärtsspirale aus Kostendruck, Qualitätsdefiziten und immer neuen Skandalen muss endlich durchbrochen werden.“ Die Politik dürfe nicht länger zusehen, wie ausgerechnet ein kommunales Klinikum Schritt für Schritt Vertrauen, Patienten und damit auch wirtschaftliche Stabilität verliert.



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