Piet Leidreiter MdBB

Mitglied der Bremischen Bürgerschaft von 2015-2019 und von 2023-Heute


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30.05.2026

Sparen bei den Bürgern, klotzen im Amt – 600.000 Euro für „kreative“ Gemütlichkeit im Jobcenter

Bremen steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Als einer der größten Empfänger im Länderfinanzausgleich ist das Land in besonderem Maße verpflichtet, mit öffentlichen Mitteln verantwortungsvoll und sparsam umzugehen. Umso unverständlicher ist es, dass im Jobcenter Bremen rund 600.000 Euro für einen sogenannten „Kreativraum“ ausgegeben wurden – ursprünglich veranschlagt waren lediglich 99.000 Euro.

Während viele Bürgerinnen und Bürger in Bremen unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden und staatliche Kernaufgaben wie Bildung, Sicherheit und Infrastruktur chronisch unterfinanziert sind, leistet sich die Verwaltung offenbar Designermöbel aus dem Premiumsegment und ein Raumkonzept, das eher an ein Unternehmens-Startup als an eine Sozialbehörde erinnert.

Besonders kritisch ist die massive Kostensteigerung um mehr als das Fünffache, ohne dass die zuständige Trägerversammlung erneut eingebunden wurde. Hier stellt sich die grundsätzliche Frage nach Kontrolle, Transparenz und Verantwortlichkeit im Umgang mit Steuergeldern.

Ein Jobcenter hat die zentrale Aufgabe, Menschen in Arbeit zu bringen und ihnen Perspektiven zu eröffnen – nicht, interne „agile Workflows“ in hochpreisig ausgestatteten Kreativumgebungen zu inszenieren. Derartige Investitionen senden ein falsches Signal an die Bürgerinnen und Bürger sowie an die Geberländer im Finanzausgleich, die zu Recht einen sparsamen Mitteleinsatz erwarten dürfen.

Gerade in Zeiten knapper Kassen muss gelten: Pflichtaufgaben vor Prestigeprojekten. Bremen braucht eine Rückkehr zu solider Haushaltspolitik, klarer Prioritätensetzung und einem verantwortungsvollen Umgang mit jedem einzelnen Euro Steuergeld.

Es bedarf daher einer umfassenden Aufklärung der Entscheidungsprozesse, einer klaren politischen Bewertung sowie verbindlicher Regeln, um derartige Ausgabenexzesse künftig zu verhindern.



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